
Homöopathie ist für Babys und Mütter nach der Geburt eine besondere Empfehlung
Die Gesundheit von Kindern ist besonders zart. Sind sie die ersten drei Monate noch mit einem natürlichen Schutz versehen, hat ihr kleiner Organismus danach schon mit den ersten Anfechtungen von Viren und Bakterien zu kämpfen. Und da sie noch keine Zeit hatten, dagegen Abwehrstoffe zu entwickeln, wirken sich Erkrankungen, die für Erwachsene harmlos sind, wesentlich stärker aus. Eine bewährte Heilmethode für Kinder ist daher die Homöopathie. Sie gibt dem Körper natürliche Informationen, wie er sich gegen die Erkrankung auf natürliche Weise zur Wehr setzen kann.
Die Entdeckung des fundamentalen Heilgesetzes geht auf den deutschen Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843) zurück. 1790 war er damit beauftragt, das medizinische Standardwerk "Materia Medica" aus dem Englischen zu übersetzen. Da er den darin enthaltenen Bericht, dass Chinarinde gegen Malaria helfen würde, anzweifelte, nahm er das Mittel selbst ein. Die Folge: er entwickelte ähnliche Symptome wie ein Malariakranker. Daraus leitete er seine Theorie ab, dass man Ähnliches mit Ähnlichem heilen kann. Dieses Prinzip ist heute noch in der Homöopathie gültig und heißt Simile-Regel. Die Homöopathen versuchen dabei ein Mittel zu finden, das beim Gesunden die selben Symptome auslöst wie sie beim Kranken vorzufinden sind. Daher ist es in der Homöopathie sehr wichtig, die Beschwerden genau zu hinterfragen. Das Gespräch mit dem Arzt, bei dem die Gesamtheit der Beschwerden, deren Ursachen und ihre Beeinflussbarkeit erfasst wird, wird Anamnese genannt. Da es in der Homöopathie weit über 1000 Arzneien gibt, ist es sehr wichtig, dass diese Angaben äußerst detailliert sind.
Homöopathische Mittel entstehen aus:
* Pflanzen: rund 70 % aller homöopathischen Arzneimittel werden aus Pflanzen hergestellt, z. B. Arnica montana, Ringelblume (Calendula officinalis) oder Tollkirsche (Atropa bella-donna)
* Mineralien und Metalle: z. B. Kieselsäure (Acidum silicium), Eisen (Ferrum metallicum), Gold (Aurum metallicum) usw.
* dem Tierreich: beispielsweise Tintenfisch (Sepia), Biene (Apis), Buschmeistergift (Lachesis mutus - ein Schlangengift)
Die in der Homöopathie verwendeten Ausgangsstoffe können in sehr hohen Konzentrationen wiederholt eingenommen Krankheitssymptome hervorrufen. Deshalb werden diese Ausgangsstoffe so lange verdünnt und dabei stufenweise verrieben (Minerale und Metalle) oder verschüttelt (flüssige Ausgangsstoffe), bis die krankmanchende Wirkung in eine heilende umschlägt. Dieser Verdünnungsvorgang wird Potenzierung oder Dynamisierung genannt. Die Verdünnung kann nach der Mehrglas-Methode (nach Hahnemann muss für jede Verdünnung ein eigenes Gefäß benutzt werden) oder nach der Einglas-Methode (Verdünnung und Potenzierung im gleichen Gefäß) erfolgen.
D steht für dezimale Potenz und bedeutet eine Verdünnung von 1:10
C steht für centesimale Potenz und gibt eine Verdünnung von 1:100 an
Q-Potenz oder auch LM-Potenz ist eine Verdünnung von 1:50.000
K kommt von Korsakoff-Potenz und beschreibt eine Verdünnung von 1:100 nach der Einglasmethode.
Auf den Etiketten homöopathischer Arzneien finden sich der Name der Ausgangssubstanz und die Potenzierstufe. So bedeutet die Bezeichnung Atropa bella-donna D3, dass von der Ausgangssubstanz Tollkirsche ein Tropfen genommen wurde und dieser mit 9 Tropfen Alkohol verschüttelt wurde. Von dieser Lösung wurde wiederum ein Tropfen mit 9 Tropfen Alkohol verschüttelt. Davon wurde abermals ein Tropfen mit 9 Tropfen Alkohol verschüttelt. Das Ergebnis ist die Potenz Belladonna D3.
Homöopathische Arzneimittel für das Wochenbett:
Arnica, Bellis Perennis: Prophylaxe nach der Geburt.
Secale: bei ausbleibendem Milcheinschuss.
Urtica: schmerzhaft geschwollene, berührungsempfindliche Brust mit wenig bis kaum Milch.
Ignatia: nach Versiegen der Milch nach Aufregung.
Chamomilla: wenn die Milch nach Zorn versiegt.
Lac Caninum: geschwollene, schmerzhafte Brust ? Milch fließt von selbst.
Phytolacca: bei zuviel Milch.
Rus Tox: bei Schmerz, der beim Stillen beginnt.
Phytolacca: aufgerissene Brust-spitzen mit Schmerzen beim Stillen.
Arnica, Chamomilla, Silicea: bei Nachwehen.
Pulsatilla:bei Stimmungschwankungen und Weinen ohne Grund.
für Neugeborene:
Aconitum D30: bei steigendem Fieber (Anfangsmittel)
Belladonna D30: hohes Fieber, roter heißer Kopf
Ferrum Phosphoricum D30: sich langsam entwickelndes Fieber, das das Kind kaum beeinträchtigt.
Chamomilla D30: Zahnungsschmerzen
Viburcol: bei Unruhezuständen