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Das Wochenbett

Die Geburt eines Kindes ist immer ein intensives Erlebnis. Hebammen machen in der Nachsorge immer wieder die Erfahrung, dass in der Zeit nach der Geburt infolge der körperlichen Veränderungen und der Wechselbäder der Gefühle eine regelrechte "Neufindung" erfolgt.
Sie haben soeben eine unglaubliche körperliche Leistung vollbracht, und nach Ereignissen, die den Körper so sehr beanspruchen wie eine Geburt, kann es vorkommen, dass man sich vorerst völlig leer fühlt. Halten Sie sich also nicht für ein gefühlloses Monster, wenn Sie nach der Geburt eigentlich nur mehr gerne Ihre Ruhe hätten - weit entfernt von euphorischen Zuständen: Auch das ist absolut normal. Ausserdem unterliegt ihr Organismus, der sich in der Schwangerschaft verändert hat, neuerlichen Veränderungen. Unmittelbar nach der Geburt müssen Sie mit einer Kreislaufbelastung rechnen (besonders dann, wenn Ihr Blutdruck immer schon niedrig war), da ja jede Geburt mit einem mehr oder weniger großen Blutverlust verbunden ist. Sie müssen berücksichtigen, dass neben der Kreislaufbelastung auch ein Gleichgewichts- problem haben könnten, da sich Ihr Gleichgewichtssinn auf das Gewicht des Kindes eingestellt hat. Wenn es Ihnen gut geht, können Sie schon am ersten Tag duschen. Gehen Sie die Dinge langsam und schonend an. Bedenken Sie, dass der Begriff des Wochenbetts nicht von ungefähr kommt, wenngleich es eine Fehlinterpretation wäre zu glauben, dass Sie nun eine volle Woche im Bett verbringen müssten - das würde Ihnen nicht nur Ihr Kreislauf verübeln, sonder ist auch bei Frauen, die schon Kinder haben, so gut wie nicht machbar. Ein vernünftiges Mittelmaß ist - wie meistens - das Richtige.

Nach der Geburt, durch  Ablösung der Placenta entsteht eine Wunde in der Gebärmutterwand, die etwa handtellergroß ist und ihre Zeit braucht, um zu heilen. Im Rahmen der Wundheilung wird ein Sekret "Wochenfluss" genannt, abgesondert. Der Wochenfluss ist anfangs rot, dann bräunlich und wird nach etwa 2 Wochen gelb. Insgesamt kann der Wochenfluss vier bis sechs Wochen andauern. Sollte Ihr Wochenfluss sehr stark sein, sollten Sie dies durch ärztliche Kontrolle überprüfen lassen. Zu geringer Wochenfluss erscheint zwar den Frauen eher erfreulich als bedenklich, geht aber manchmal mit schlechter Gebärmutterrückbildung einher. Oft hilft es schon das Kind häufiger anzulegen, nach dem Stillen sollte auch wieder mehr Blut fließen. Auch ein Thermophor, im Wechsel auf Kreuzbein und Bauch gelegt, kann den Wochenfluss wieder zum Fließen bringen. Nach vier bis sechs Wochen sollte es zum Versiegen des Wochenflusses kommen, die Wundheilung ist dann abgeschlossen.

Um den 3/4. Tag nach der Geburt treten manchmal starke Stimmungs- schwankungen auf. Die Tränen fließen zumeist ohne jeden ersichtlichen Grund und der Partner ist häufig ratlos. Dies ist wiederum auf den veränderten Hormonhaushalt zurückzuführen. Wirkliche Wochenbettdepressionen, die ärztliche Hilfe erfordern, sind glücklicherweise selten. Sie werden schon bald Ihre Mitte gefunden haben.

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