
Sehen Sie Ihr Vatersein mal von einer anderen Seite.
Oder haben es sie als "neue Väter" sogar besonders schwer? Einerseits erleben sie die Schwangerschaft der Partnerin bewusster denn je mit, teilen mit ihr darüber hinaus den unvergesslichen Moment der Geburt; und ihr Part in der Kindererziehung und im Aufziehen des Babys ist auch nicht zu unterschätzen. Vater zu sein bedeutet andererseits aber nicht nur die schönen Seiten zu genießen, sondern vor allem ist diese Rolle verbunden mit großer Verantwortung und viel, viel Arbeit. So steht jede Beziehung nach der Geburt eines Kindes vor neuen Herausforderungen; und nicht selten kommt es vor, dass besonders die frischgebackenen Väter unterschätzen, wie sehr das Baby ihr bisheriges Leben umkrempelt.
Selbstverständlich ist die Frage danach, was für ein Vater man sein möchte, eine sehr bedeutende. Wir können Sie jedoch beruhigen: Sich dieser Überlegung zu stellen, dazu werden Sie in den ersten Lebensmonaten Ihres Kleinen oder Ihrer Kleinen vermutlich kaum kommen. Zunächst werden Sie mit Ihrer Partnerin nämlich vor allem eines gemein haben: eine bleierne Müdigkeit. Und ein unsagbares Glücksgefühl. Vom fehlenden Schlaf einmal ganz abgesehen, bleibt vor allem an Ihnen in der ersten Zeit nach der Geburt die meiste Arbeit im Haushalt hängen. Und die wird mit dem Familienzuwachs merklich intensiver: Nun heißt es neben Windeln wechseln auch noch Babywäsche waschen, sich auch mit Hingebung um die Mutter kümmern. Und darüber hinaus braucht Ihr kleiner Liebling ja noch wahnsinnig viel Zuwendung, bevorzugter Weise von Ihnen beiden im gleichen Ausmaß.
Stillen fördert eine intensive und enge Beziehung zum Kind, für Väter aber bedeutet es oft das Gegenteil. Dabei vergessen die meisten, dass das Stillen
die einzige Beschäftigung mit dem Baby ist, die ihnen nicht möglich ist. Baden, Wickeln oder Spazierengehen kann der Vater genauso übernehmen. Die so gewonnene Zeit sollte dann klugerweise der mütterlichen Erholung und nicht dem Putzen dienen. Die meisten Mütter reagieren Geschäftsausstattung nicht beglückt über ihre ständige Verfügbarkeit: "Freizeit habe ich nur, wenn ich weggehe." Dabei ist Freiraum auch für die Mutter ganz besonders wichtig. Es gibt der Frau die Gelegenheit, ein paar Stunden die eigenen Interessen wahrzunehmen. Die dabei erlebte Entspannung kommt der ganzen Familie zugute. Und der Vater hat die Möglichkeit, die Beziehung zum Kind auf seine Art und Weise zu gestalten. Dazu ist es aber wichtig, Zeit füreinander zu haben. Die starke Fixierung des Kindes auf die Mutter verursacht manchmal Eifersucht und Wut. Viele Männer suchen in dieser Zeit dann bewusst die Stabilität und Anerkennung im Beruf, da ihre Frau jetzt selbst zuwendungsbedürftig ist und sich mit der Verantwortung für das Kind auf sich gestellt sieht.
Selbstverständlich sind zu Beginn dieses neuen Lebensabschnitts alle jungen Väter verunsichert, ob sie sich im Umgang mit ihrem neuen Familienmitglied auch richtig verhalten. Für die Mutter gilt nun: Vertrauen Sie ihrem Partner ruhig und lassen Sie ihn sich ebenfalls um das Baby kümmern. Aussagen wie "Lass mich?" sind nicht nur destruktiv, sie nützen Ihnen beiden nicht viel. Besser ist, dem manchmal etwas ungeschickten Vater mit Rat zur Seite zu stehen. Beistehen, nicht die Aufgaben abnehmen, ist die Devise. Sie müssen lernen, dass Sie der Intuition Ihres Partners genauso vertrauen können, wie der eigenen!
Ebenso ist es sicher nur von Vorteil, vor dem Geburtstermin einen Säuglingspflegekurs zu belegen. Auch wenn die zukünftigen Eltern hier die wichtigsten Handgriffe lernen, vergessen Sie nie: Das beste Training ist immer die Praxis am eigenen Kind!
Nicht selten sind es gerade die frischgebackenen Eltern, die abends den Weg vom Büro nicht nach Hause zu finden scheinen. Mag sein, dass es am Beschützerinstinkt liegt, und Er stets fürchtet, die Familie nicht ausreichend versorgen zu können. Vielleicht aber hat er auch feststellen müssen, dass die vielen Überstunden im Vergleich zur Baby-Betreuung nahezu an Urlaub grenzen.
Egal, welcher der beiden Gründen der Ihre ist, versuchen sie dennoch gerade jetzt, so weit als möglich beruflich kürzer zu treten. Oder wenigstens Kompromisse einzugehen: So könnten ein paar Stunden in der Früh oder am Abend Ihnen die Möglichkeit geben, mehr Zeit für und mit Ihrem Kleinen zu verbringen.
Essentiell jedoch ist, organisatorische Aufteilungen zwischen Ihnen und Ihrer Partnerin nicht von Fall zu Fall zu besprechen, sondern klar und im Vorhinein zu fixieren, wer im Laufe des Tages welche Aufgaben zu erledigen hat. Denn nicht nur Neugeborene brauchen Rituale, auch Sie werden um vier Uhr in der Früh froh sein, sich bereits abgesprochen zu haben, wer mit Aufstehen dran ist.