
Da muß mitunter noch der Daumen herhalten!
Vielen Eltern macht das Nuckeln ihrer Kinder ab einem gewissen Alter Sorgen. Und das ist nicht ganz unbegründet. Die Versuche, dem Kind zu erklären, dass es eine lieb gewonnene Gewohnheit aufgeben soll, sind meist zum Scheitern verurteilt. Wichtig ist in erster Linie Geduld, Verständnis und natürlich etwas Hintergrundwissen auf Ihrer Seite.
Die Lust am Nuckeln ist auf die Babyzeit zurückzuführen. Es beruhigt und erinnert an die mütterliche Brust, die nicht (mehr) da ist. Das Nuckeln ist ein Beruhigungssaugen, das biologisch festgelegt ist . Kinder, die im Alter von 4 Jahren immer noch einen Schnuller brauchen, ernten besonders in der Öffentlichkeit schnell skeptische Blicke. Der Druck der zuerst auf die Eltern wirkt, breitet sich schnell auf die Kinder aus, die im Gegenzug nicht verstehen könne, warum sie ihr geliebtes Saugobjekt hergeben sollen.
Früher oder später ist es aber notwendig, die Kleinen davon zu überzeugen, dass es besser ist ohne Schnuller auszukommen. Am besten zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr.
Wichtig ist es Ihr Kind mit einzubeziehen, um es zu entwöhnen. Bieten Sie ihm Alternativen. Das kann ein neuer Teddy sein oder eine besonders innige Kuschelstunde vorm Schlafengehen. Geben Sie dem Kind, was ihm sonst der Schnuller gibt - Geborgenheit, Sicherheit, Stabilität. Sprechen Sie zwanglos mit Ihrem Kind darüber. Vermeiden Sie Sätze wie "Du bist doch kein Baby mehr" oder "Das brauchst Du nicht mehr" - denn das stimmt nicht. Erklären Sie dem Kind mit einfachen Worten, dass der Schnuller nicht gut für die Zähne ist. Zeigen Sie bildhaft, dass die Zähne nach vorn geschoben werden, wenn es oft schnullert - und dass es dann nicht richtig beissen kann (nicht, dass es dann hässlich ist).
Üben Sie keinen Druck auf das Kind aus, erwarten Sie nicht, dass es im Handumdrehen mit dem Schnullern aufhört.
Wenn Sie trotz allem das Gefühl haben, dass Ihr Kind ein extremes Lutschverhalten hat, lassen Sie sich unterstützen. Familienberatungsstellen oder Einrichtungen für Erziehungshilfe bieten Therapien und Beratung an, die Ihnen und vor allem Ihrem Kind weiterhelfen.