
Konsequente Erziehung - wo soll man anfangen und aufhören?
für die Großen und die Kleinen - und schlechtes auch. Erst für die Mitmenschen, und später dann auch für das betroffene Kind. Beim Thema Manieren ist die schwierigste Frage immer die, was man von einem Kind in welchem Alter eigentlich erwarten bzw. fordern darf.
Zuvor sollten Sie als Eltern darüber nachdenken, was gutes Benehmen bedeutet, da es für uns ganz verständlich ist. Warum sollten sich Kinder an Benimmregeln halten? Wenn wir unseren Kindern ein paar grundlegende Regeln beibringen, erleichtern wir ihnen damit das Bewegen und Entdecken der Welt außerhalb der vertrauten Familienverhältnisse. Es geht nicht darum, dass Kinder zu dressierten Marionetten werden. Es geht darum, sich mit Kindern leichter in der Allgemeinheit zu bewegen und ihnen den Zugagn zu anderen Menschen zu erleichtern.
Ein schwieriges Kapitel. Wenn Ihr Nachwuchs mit einem kategorischen "NEIN" die Begrüßung verweigert, hat es wenig Sinn, darauf zu bestehen. Andernfalls bekäme das Kind für dieses Verhalten zu viel Beachtung und es würde es das nächste Mal wieder tun. Wichtig ist es aber, dass Sie später mit Ihrem Kind liebevoll und verständlich darüber reden. Denn je größer das Kind wird, desto größer wird auch sein Radius der Begegnungen. Und die Begrüßung ist der erste Eindruck, den es hinterlässt. Übrigens, je öfter Ihr Nachwuchs Begrüßungssituationen erlebt, um so verständlicher werden sie ihm. Achten Sie darum auch in der Familie oder im Alltag darauf: Ein "Guten Morgen" in der Früh macht den Tagesbeginn freundlicher, und auch die Nachbarn freuen sich über einen kurzen Gruß Ihres Kindes.
Eines dürfte für alle Eltern klar sein: auch wenn Sie sich auf ein entspanntes Gespräch mit Ihren Freunden freuen, können Sie Ihre Kinder nicht den Gästen oder Kellnern überlassen. Ein Spielzeug oder Buch beugt Langeweile vor. Aber auch wenn der Reiz dieses Zeitvertreibs allzu schnell nachlässt, ist das keine Entschuldigung für nachfolgende Wettrennen um Tische und Stühle oder Lärmattacken auf die Nerven der Gäste. Wenn Ihr Liebling trotz allen Zuredens glaubt, einen Trotzanfall im Lokal haben zu müssen, verlassen Sie den Gastraum kurz und versuchen, den Frieden draußen wieder herzustellen. Eskaliert die Situation, hilft es nur, die - auch für andere! - gastliche Stätte bald zu verlassen.
Zunächst einmal spricht viel dafür, das Essen gemeinsam einzunehmen. Das stärkt die Familie und macht das Mahl zu einem Fixpunkt im Tagesablauf. Üblich war bisher, dass alle solange bei Tisch sitzen bleiben, bis auch der letzte fertig ist. Meist sind das ohnedies die Kinder. Wenn sie aber früher fertig sind oder nicht mehr essen mögen, wird die Geduld auf eine harte Probe gestellt. Natürlich können Sie Ihrem Nachwuchs, wenn Sie es für gut halten, erlauben, schon vorher die Tafel zu verlassen, aber Sie sollten zumindest vorher gefragt werden.