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die 10 Gebote im Umgang mit den neuen Medien

Wie viel Medienkonsum verträgt ein Kind?

In den USA gibt es Computerprogramme für sechs Monate alte Babys. Aber auch hierzulande greifen schon Dreijährige mit leuchtenden Augen in die Tastatur. Der kindliche Umgang mit den neuen Medien ist eines der brisantesten Reizthemen unter Eltern. Den einen Horrorszenario, den anderen notwendiger Ausdruck der Gegenwart.

Maß als Ziel.

Alle Eltern haben ein Bild von der Kindheit ihrer Kinder. Das, was sie sich als gesund und glücklich vorstellen, basiert meist auf einer Mischung aus eigenen Werten, positiven Erinnerungen aus ihrer Kindheit und Vorbildern, die uns die Gesellschaft vermittelt. Wie aber umgehen mit Faktoren, die von den Eltern als Kind noch nicht erlebt wurden, weil es sie noch nicht gab? Einer dieser Umstände sind die neuen Medien. Unleugbare Tatsache ist, dass diese Technologien zum Großteil unser Leben bestimmen. Wer heute ohne Handy & Internet lebt, wird von der Umwelt zumeist ob seiner "authentischen" Lebensweise bestaunt, aber insgeheim ein wenig belächelt. Viele halten solche Menschen ein bisschen "von gestern", die Kinder hingegen sind mit dem Kopf schon im morgen, obwohl ihre kleinen Beine kaum noch im Heute allein stehen können. Dass sie sich als die nächste Generation voller Begeisterung für alles Neue interessieren, ist normal und wünschenswert. Nur ist in Zeiten der Maßlosigkeit und Abhängigkeit auch hier das Wie und Wieviel die wesentliche Frage. Ein alter Spruch lautet: "Der beste Arzt ist jederzeit des Menschen eigene Mäßigkeit." Das gilt sicher nicht nur fürs Essen, sondern für alles, was Kopf und Körper zu verdauen haben, ganz besonders für Kinder.

"Computerkids": die neuen Leseratten?

Waren Computer in der eigenen Kindheit noch etwas Außergewöhnliches, gibt es mittlerweile schon Synonyme wie "Computerkids" für das Extrem. Die Assoziation dazu heißt mangelnde Bewegung, Beziehungsarmut und damit einhergehende Vereinsamung und die Gefahr, möglicherweise ein Suchtpotenzial zu entwickeln. Aber schon vor Erfindung des Computers gab es Kinder, die sich hinter Büchern verschanzten und Bewegungsmuffel waren. Den wenigsten Erwachsenen aber wäre es eingefallen, den Kindern die Bücher wegzunehmen. Selbstverständlich spielt dabei die Tatsache, dass Bücher ganz andere Anforderungen an die kindliche Phantasie stellen, auch eine Rolle.

Der richtige Umgang.

Unsere Kinder kommen heute fast nur mit großer Anstrengung am Fernsehen und an Computern vorbei. Es stellt sich also irgendwann für alle Eltern die Frage, wie der Umgang mit Computer, Internet und TV zu lernen und zu regeln ist.

Eines der wichtigste Dinge beim Umgang mit diesen Medien ist der Umstand, dass sie kein Ersatz für eine andere Beschäftigungsart sind. Das Entdecken der Welt mit allen Sinnen wie das Schmecken, Fühlen, Hören und Sehen von natürlichen Farben und Geräuschen machen diese für jedes Kind erst im Sinne des Wortes "greifbar". Dafür kann kein noch so tolles Fernsehprogramm einen Ersatz bieten. Auch die Fähigkeit, spontan und lebendig auf andere Menschen zu reagieren, fördern Computer & Fernseher nicht. Vom natürlichen Bewegungsdrang aller Kinder ganz zu schweigen. Computer sind darüber hinaus keine Babysitter, ebenso wenig wie das Fernsehgerät. Auch wenn es für die Eltern verführerisch ist, weil sie so zu der sonst kaum zu habenden Ruhe kommen. Im Umgang mit TV und Internet wird es also immer elterlicher Maßnahmen bedürfen, nicht nur die Zeit, sondern auch die Inhalte zu kontrollieren. Folgende Prinzipien können die leidige Diskussion etwas einschränken:

- Ein Kind darf Erfahrungen am Computer sammeln, es sollte diese aber nicht müssen. Das Interesse kommt später von ganz allein.

- Kinder unter 12 Jahren sollten noch keinen eigenen Computer oder Fernseher im Kinderzimmer haben. Das schränkt auch die Zeit davor ein.

- Setzen Sie sich mit Ihrem Nachwuchs zusammen vor Computer oder TV-Gerät und besprechen Sie, was es dort sieht und erlebt. Kinder verlieren sonst den Bezug zur Realität.

- Besonders Computerspiele faszinieren über die Maßen, weshalb das ohnehin nicht ausgeprägte Zeitgefühl des Kindes völlig verloren geht und es sich so auch psychisch überanstrengen kann, was es selbst nicht bemerkt.

- Bestimmen Sie die Computer- und Fernsehzeit Ihres Kindes nach seiner Persönlichkeit.

- Suchen Sie im Vorfeld gute, d. h. sinnvolle und vor allem altersgerechte Sendungen bzw. Sofware aus, so wie Sie das bei Büchern auch machen würden.

- Achten Sie darauf, ob die Computerspiele auf Zeit aufgebaut sind. Das stresst die Kinder, die ihr eigenes Tempo beim Reagieren brauchen und ohnedies schon eher unruhig sind.

- Kinder im Vorschulalter sollten nicht alleine ins Internet gehen, weil sie zu schnell auf unpassende Seiten geraten könnten. Wenn sie Ihren Nachwuchs für alt genug erachten, selbstständig bestimmte Seiten aufzurufen, sollten Sie zuvor eine erweiterte Internet-Software installieren, um diese Ausflüge auch wirklich zu begrenzen.

- Erklären Sie Ihrem Kind, dass nicht alles, was man im Internet und TV hören und sehen kann, auch immer wahr sein muss.

- Wenn Ihr Kind online Spiele spielt und dafür einen Benutzernamen angeben muss, helfen Sie ihm beim Anlegen und achten Sie darauf, dass keine persönlichen Daten übermittelt werden.

Für besonders misstrauische Eltern mag dies schon alles sehr verdächtig klingen. Machen Sie sich aber bewusst, dass auch Fernsehen und Computer immer nur den Stellenwert haben können, den Sie ihm in Ihrer Familie zuordnen.

Computer vs. Gameboy.

Vielen scheint das Spielen mit einem Gameboy weit harmloser. Viele Eltern wissen aber nicht, dass z.B. im Gegensatz zum Bildschirm eines Computers, die extrem kleinen und kontrastarmen Bildschirme der portablen Spieleboxen die Koordination beider Augen so stark beanspruchen, dass eines der Augen oft seine Seharbeit ganz einstellt und aus der Sehachse wandert. Das Gehirn stellt dabei eines der beiden Augen sozusagen ab. Dadurch wird die Entwicklung des räumlichen Sehens beeinträchtigt. Gleichzeitig überanspruchen Gameboy-spielende Kinder einzelne Finger durch die gleichförmigen Bewegungen. Darüber hinaus wird mit dem Gameboy meist an allen möglichen Orten und in Situationen gespielt, in denen Kinder ihre Aufmerksamkeit und Wahrnehmung für das gerade stattfindende Jetzt gebrauchen sollten, um die eigene Zuordnung in diesem Umfeld zu erkennen. Auch wenn gerade nichts Aufregendes passiert, sollte Kindern die Entwicklung eines normalen Zeitempfindens ermöglicht und auch mal das Aushalten von Langeweile zugemutet werden. Der permanente und unkontrollierte Gameboy-Gebrauch verlangt den Kindern zudem oft soviel Leistung ab wie ein Acht-Stunden-Tag einem EDV-Arbeiter. Ganz abgesehen davon, dass auch das Interesse und die Neugier auf alles Lebendige drastisch reduziert wird.

Dadalino Blog
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