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Wenn Kinder die Wahrheit mit Träumen verwechseln.

Wenn der Traum wirklich ist

Eltern erzählen ihrem Kind Märchen von Prinzessinnen und Hexen, Geschichten von Elfen und Fabelwesen. Zu Weihnachten kommt das Christkind und der Osterhase versteckt die Eier im Garten ? feierliche Anlässe umhüllt von einem Mythos mit dem nahezu jedes Kind groß wird. Wenn Ihr Kind allerdings felsenfest davon überzeugt ist, dass der Teddy das letzte Stück Schokolade gegessen hat, reagieren viele Eltern irritiert und verständnislos. Das Gebot "Du sollst nicht lügen" tönt in ihnen, und ihr Kind soll früh genug darauf vorbereitet werden, um später draußen im Leben nicht anzuecken.

Kinder befinden sich vor der Schulreife im Stadium des "magischen Denkens", da es die Welt, die es umgibt, als belebt und beseelt wahrnimmt. Es erlebt sich selber als vital und aktiv und hält daher die ganze Welt, auch deren unbelebten Teil, als lebendig. Deshalb kann die phantasievolle Art des Ausdrucks nicht mit Lügen im moralischen Sinn gleichgesetzt werden.

Besonders ausgeprägt ist das magische Denken, wenn das Kind Anforderungen zu bewältigen hat, vor allem in Zusammenhang mit dem Schlafengehen oder der Sauberkeitserziehung. So hilft es, wenn Sie mit Ihrem Kind über Ängste sprechen, Einschlafrituale und das Bewusstmachen, dass es auch Phantasien, Träumen und Ängste in ihrer Kindheit gab, können die Situation erleichtern. Denn jedes Kind wird nach äußeren und innerer Aufregung manchmal von Alpträumen geplagt. Wenn es Trost und Gehör bei den Eltern findet, gelingt es ihm bald, zwischen Traum und Wirklichkeit zu unterscheiden und eine Gewissheit dafür zu entwickeln, was eigene Phantasietätigkeit ist. Erziehung

Zwischen dem 3. und 7. Lebensjahr

können manche Kinder regelrechte Parallelwelten ihrer Phantasie konstruieren. Auch wenn Sie als Eltern anfangs irritiert sind, ist es notwendig, ihrem Kind diese kreative Auseinandersetzung mit seiner Welt zuzugestehen und nicht auszureden oder verächtlich zu machen. Wenn Phantasieproduktionen ein Ausmaß annehmen, dass das Alltagleben maßgeblich von ihnen beeinträchtigt wird, weil sich das Kind weigert, auch im Hier und Jetzt zu leben und reale Grenzen zu akzeptieren, ist es notwendig, darüber nachzudenken, was es damit ausdrückt. Vielleicht versucht es unerträglichen familiären Spannungen u entfliehen, vielleicht fühlt es sich emotional einsam. Ein Verständnis für seine jeweilige Befindlichkeit und seine Bedürfnisse ist nur individuell möglich.

Mit zunehmender Reife tritt das magische Welterleben in den Hintergrund, zugunsten einer immer realeren Welterfassung. Diese ist für den Schulbesuch und für die Lernanforderungen notwendig. Das magische Denken geht aber nicht verloren, es hat im Spiel, im kreativen Gestalten und in Phantasien und Tagträumen platz. Trotzdem ein Kind, das das Alter des magischen Denkens bereits verlassen hat, weiß dass es schwindelt, setzt dies aber bewusst ein. Es weiß auch, dass Lügen moralisch nicht erwünscht ist. Ein Kind kann aus dem Gefühl heraus lügen, zu wenig beachtet zu werden, oder wenn es sich mit einem Familiengeheimnis auseinandersetzt, des es erahnt, u.v.m.

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