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Das Stillen

Dass Muttermilch die beste und bequemste Ernährungsform für Ihr Baby ist, wird heute von allen Seiten uneingeschränkt bejaht. Durch die mütterliche Brust erhält der Säugling genau die richtige Menge an Nahrung in der genau richtigen Zusammensetzung und Temperatur. Sie besteht aus menschlichem Eiweiß, Fett, Milchzucker und Mineralstoffen. Die Zusammensetzung ändert sich ganz so, wie es das Kind in Moment benötigt. Die Milch für das Neugeborene ist anders zusammengesetzt als für das ältere Baby. Das "arteigene" Eiweiß lässt sich leichter verdauen als jede noch so raffiniert aufbereitete Ersatznahrung - das Kind wird auch weniger Blähungen bekommen. Einige Stoffe speziell in der frischen Muttermilch sorgen dafür, dass schädliche Bakterien im Darm zerstört werden. Zusätzlich enthält die Muttermilch Abwehrstoffe gegen Krankheiten.  Gestillte Kinder werden oft erst nach dem Abstillen ernsthaft krank. Muttermilch bietet auch den bestmöglichen Schutz vor Allergien, die inzwischen stark zunehmen. Als erwiesen gilt, dass die ausschließliche Ernährung mit Muttermilch in den ersten 6 Monaten das Risiko einer Allergie stark mindert. Die Darmwände des Säuglings - auf flüssige Nahrung eingestellt - sind so durchlässig, dass artfremde Eiweißmoleküle unzerlegt ins Blut gelangen können. So kann eine allergische Abwehrreaktion des Körpers entstehen. Ausschließliche Ernährung durch Stillen in den ersten sechs Monaten und das Vermeiden von Kuhmilch und Kuhmilchprodukten bis zum Ende des zwölften Lebensmonats ist für Babys, deren Eltern Allergiker sind, dringend zu empfehlen. Ein weiterer Vorzug ist die Bequemlichkeit für die Mutter. Sie kann ohne Vorbereitung mit der immer fertig gepackten Wickeltasche und dem Baby. Die Nahrung für Ihr Kind ist stets frisch und in der richtigenTemperatur dabei. Reisen und Ausflüge sind so leichter. Um den erhöhten Vitamin- und Mineralstoffbedarf zu decken, sollte die Mutter auf eine abwechslungsreiche, vollwertige und nährstoffreiche Ernährung achten. Die passenden Rezepte dazu gibts im Rezepteordner.  Die Häufigkeit des Anlegens verändert sich mit dem Alter des Kindes. Das Baby sollte gleich nach der Geburt, am besten noch im Kreißsaal angelegt werden. Die meisten Kinder zeigen innerhalb der ersten Stunden nach der Geburt einen starken Saugreflex und saugen schon an ihrer Faust, noch ehe sie angelegt werden. Die Fütterungszeiten werden zunächst ziemlich unregelmäßig sein. Versuchen Sie nicht, dem Kind einen Rhythmus aufzuzwingen. Kinder, die nach Bedarf gefüttert werden, verlangen im Durchschnitt ebenso oft am Tag ihre Nahrung, wie solche, die nach Zeitplan gefüttert werden. Es empfiehlt sich, das Stillen zunächst kurz zu halten. Ein Neugeborenes z.B. ermüdet noch recht rasch und möchte meist noch gar nicht längere zeit trinken. Zu Beginn werden 5-7 Min. an jeder Brust ausreichend sein. Die Zahl der Fütterungen kann daher am Anfang recht hoch sein.

Stillprobleme

Die vermeintliche Stillunfähigkeit

Viele Frauen sind verunsichert, wenn die Milch kaum oder einmal weniger reichlich fließt als sonst, oder sie den Eindruck haben, dass die Brust kleiner geworden ist. Die Erklärung, dass Sie "einfach nicht genügend Milch" hätten und daher abstillen sollten, erweckt den Eindruck, als würde die Milch natürlicherweise bei manchen Frauen nicht ausreichen, also eine Art "angeborener Milchmangel" vorliegen. Aber der Milchmangel, die sogenannte Hypogalaktie, kommt als organisches Versagen nicht vor. Warum ist also diese vermeintliche Stillunfähigkeit so weit verbreitet?

* Die Ursachen für den Rückgang der Muttermilch sind häufig psychischer Natur.
Das Urvertrauen in das Funktionieren der Natur ist im Schwinden. Damit wächst das Bedürfnis nach Kontrolle: Die Mutter will genau wissen, was und wie viel ihr Kind trinkt. 
Jede Art von Stress kann Stillprobleme verursachen. 
Möglich ist auch, dass das Kind Schwierigkeiten hat, die Brustwarzen zu fassen. 

In der Milchproduktion existiert ein Wechselspiel zwischen Angebot und Nachfrage. Je mehr das Kind trinkt, umso mehr Milch wird gebildet. Haben Sie aber keinesfalls ein schlechtes Gewissen, wenn Sie Ihr Kind nicht mehr voll stillen können. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind ständig trinken möchte und die Intervalle zwischen den Mahlzeiten immer kürzer werden bzw. es nicht mehr ausreichend zunimmt, sollten Sie lieber zufüttern. Oft genügt schon ein einziges Fläschchen täglich als zusätzliche Nahrung, um das Baby wieder zufriedenzustellen.

Überreichliche Milchbildung und Milchstau 

Die Ursachen für Milchstau sind zahlreich. Grund kann ein zu fest sitzender Stillbüstenhalter sein, aber auch Stress sein. 

Die Brust ist bei einem Milchstau ähnlich prall, hart und scherzempfindlich wie beim Milcheinschuss. Nicht immer liegt ein genereller Stau vor, manchmal ist nur ein Teil der Milchgänge betroffen. Die Haut kann dort gerötet sein. Ein Milchstau kommt recht häufig vor und kann nahtlos in eine Brustentzündung übergehen. Fast immer kann eine bedrohliche Entzündung aber mit einigen wenigen Maßnahmen vermieden werden. 

Brustentzündung 

tritt meist einseitig auf. Im Gegensatz zum Milchstau ist sie von Fieber begleitet, das schnell hoch ansteigen kann. Die Brust ist gerötet und schmerzhaft, die Rötung kann sowohl begrenzt als auch großflächig sein. Bei verschleppter Brustentzündung kann sich auch ein Abszess bilden. Wichtig ist es daher, rechtzeitig Maßnahmen zu setzen. Abstillen ist bei einer Brustentzündung aber nicht notwendig. Besonders wichtig ist es, Ihr Kind so oft wie möglich anzulegen, damit die Brust rasch wieder geleert wird. Topfenauflagen nach dem Stillen und alle nebenstehenden Mittel sind hier hilfreich. Meistens sinkt die Temperatur dann rasch wieder (in ein bis zwei Tagen). Wenn nicht, wird Ihnen der Arzt wahrscheinlich ein Antibiotikum verordnen.

Wunde Brustwarzen

können sehr schmerzhaft sein und sollten nicht unnötig lange strapaziert werden. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht zu lange trinkt und möglichst viel vom Warzenhof im Mund hat. Wenn Sie das Stillen beenden, schieben Sie ihm einen Finger in den Mundwinkel. Das unterbricht den Sog und die Brustwarze wird weniger strapaziert. 2 ? 3 x täglich sollte eine Heilsalbe dünn aufgetragen werden (z.B. Ringelblumensalbe). Lassen Sie nach dem Stillen etwas Muttermilch auf der Brustwarze antrocknen. Wenn möglich, setzen Sie Ihre Brust auch Luft und Sonne aus. Bei schlimmerem Zustand (aufgerissen und blutig) können vorübergehend auch Stillhütchen verwendet werden.

Flach- und Hohlwarzen

Hier erfordert das Anlegen Geduld, da das Baby Mühe hat, die Warze zu fassen. Halten Sie die Brustwarze vor dem Anlegen kurz unter kaltes Wasser, erzeugen Sie mit Hilfe einer Milchpumpe einen Sog oder Verwenden Sie Brustschalen. Das lässt die Warze besser hervortreten.  

Milchsteigerung

Es dauert ca. zwischen vier und sechs Wochen, bis die Milchproduktion sich auf den kindlichen Bedarf eingestellt hat.

Wenn Sie erst Milchüberschuss, dann wieder Milchmangel haben, ist das völlig normal. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Kind ausreichend trinkt, kann seine Verdauung aufschlussreich sein: mehrere nasse Windeln täglich (ca. 7) sind ein gutes Zeichen; der Stuhlgang darf bei gestillten Kindern unregelmäßig sein und schwankt zwischen mehrmals täglich bis ein- bis zweimal pro Woche.

Ausführliche Informationen zum Stillen und Stillproblemen finden Sie in leben mit baby. Das Magazin können Sie hier kostenlos bestellen.

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