
Die erste Zeit nach der Geburt ist eine ganz besondere für jedes Paar!
ist zu Beginn oft alles rosarot (oder himmelblau). Die positiven Erwartungen stehen im Vordergrund. Die Eltern freuen sich auf das gemeinsame Leben zu dritt. Und die erste Zeit nach der Geburt ist meist auch wunderschön. Die Eltern sind ganz in ihr Kind verliebt. Es bereichert die Beziehung und steht im Mittelpunkt der gemeinsamen Bemühungen. Viele Väter nehmen sich Urlaub, um ganz bei der nun "vollständigen" Familie zu sein. Nach einiger Zeit aber kommt die Erschöpfung, denn es gibt kaum eine stärkere Veränderung im Leben eines Paares als die Geburt des ersten Kindes. Der neue Alltag ist ausgefüllt mit Stillen, Wickeln und Wäsche waschen, und viele Frauen fühlen sich durch die ununterbrochene Verfügbarkeit für das Kind zeitweise stark unter Druck. Die meisten versuchen, die Bedürfnisse des Kindes ständig zu erfüllen, weil das Schreien Gefühle des Versagens bewirkt. Nur im Schutz der Gruppe Gleichgesinnter und mit anfänglich schlechtem Gewissen wagen Mütter über ihre Wut und Verzweiflung zu sprechen, die sie dem Kind gegenüber zeitweilig empfinden. Aber schon das Aussprechen solcher Empfindungen hilft, sich auch vom eigenen Idealbild einer Mutter zu verabschieden. Wenn Sie solche Gefühle zurückhalten, lösen sie sich nicht in Luft auf, sondern bahnen sich in Wutausbrüchen gegenüber dem Baby ihren Weg nach draußen.
Während Männer über zu wenig Freizeit und Familienleben durch den Beruf klagen, empfinden Frauen manchmal fast Neid auf die Arbeit des Mannes. Die häusliche Arbeit und die Kinderpflege sind gesellschaftlich nicht so anerkannt, wie sie dies von der Berufstätigkeit her gewohnt waren. Durch die sehr enge Beziehung zum Kind halten sich viele Frauen für alleinig kompetent, das Baby richtig zu versorgen, und überwachen jeden Umfang des Vaters mit dem Kind. Und die sind nicht gerade begeistert, wenn das anfänglich ungeschickte Wickeln kommentiert wird. "Erst engagiere ich mich zu wenig, wenn ich es aber tue, passt es auch nicht." klagt nicht nur einer der Väter.
Auch wenn die Zeit des Wochenbettes vorbei und ein eventuell notwendiger Dammschnitt verheilt ist, kann es Wochen und Monate dauern, bis die Sexualität von beiden wieder lustvoll erlebt wird. Viele Frauen spüren wenig Lust, manche sogar Abneigung, können sich diese Reaktion aber nicht erklären und haben Furcht, keine vollwertige Frau zu sein und vom Partner verlassen oder zumindest betrogen zu werden. Die körperliche Umstellung nach einer Geburt braucht jedoch ihre Zeit. Die ständige Müdigkeit durch schlaflose Nächte und die dauernde Nähe zum Kind bewirken, dass die Frau am Abend eher Freiraum für sich und nicht die Nähe des Partners sucht.
Stillen fördert eine intensive und enge Beziehung zum Kind, für Väter aber bedeutet es oft das Gegenteil. Dabei vergessen die meisten, dass das Stillen
die einzige Beschäftigung mit dem Baby ist, die ihnen nicht möglich ist. Baden, Wickeln oder Spazierengehen kann der Vater genauso übernehmen. Die so gewonnene Zeit sollte dann klugerweise der mütterlichen Erholung und nicht dem Putzen dienen. Die meisten Mütter reagieren Geschäftsausstattung nicht beglückt über ihre ständige Verfügbarkeit: "Freizeit habe ich nur, wenn ich weggehe." Dabei ist Freiraum auch für die Mutter ganz besonders wichtig. Es gibt der Frau die Gelegenheit, ein paar Stunden die eigenen Interessen wahrzunehmen. Die dabei erlebte Entspannung kommt der ganzen Familie zugute. Und der Vater hat die Möglichkeit, die Beziehung zum Kind auf seine Art und Weise zu gestalten. Dazu ist es aber wichtig, Zeit füreinander zu haben. Die starke Fixierung des Kindes auf die Mutter verursacht manchmal Eifersucht und Wut. Viele Männer suchen in dieser Zeit dann bewusst die Stabilität und Anerkennung im Beruf, da ihre Frau jetzt selbst zuwendungsbedürftig ist und sich mit der Verantwortung für das Kind auf sich gestellt sieht.
* Sprechen Sie mit Ihrem Partner über Ihre Gefühle, auch über die, die Sie nicht gerne an sich wahrhaben.
* Treffen Sie Paare in ähnlicher Situation. Das Gespräch mit Gleichgesinnten hilft, und man bekommt Ideen, wie es anders gehen könnte.
* Entdecken Sie die vielen Möglichkeiten für Unternehmungen mit einem Baby, werden Sie gemeinsam mobiler!
* Nehmen Sie sich einmal pro Woche einen Abend zusammen und wechseln Sie sich mit der Gestaltung dieses Abends ab. Vertrauen Sie Ihr Baby mit gutem Gewissen einer Oma oder einem Babysitter an. Sie sind nicht immer unentbehrlich!
* Akzeptieren Sie die Tatsache, in der nächsten Zeit auf spontane Unter-nehmungen verzichten zu müssen!
* Machen Sie keinen Mutter-Kind-Club auf, sondern beziehen Sie den Vater immer mit ein, auch wenn er tagsüber nicht da ist.
* Unternehmen Sie als Mutter einmal pro Woche Dinge nur für sich. Ihr Mann kann das Baby genauso gut betreuen! Wenn Sie stillen, pumpen Sie zuvor die Milch ab. (Sie hält 24 Stunden im Eiskasten.)
* Als Vater sollten Sie versuchen, Ihren auch noch so wichtigen Beruf zu reduzieren, um Zeit für Ihre Familie und einen Abend für sich zu haben. Männern, die nur selten zu Hause sind, bleibt das eigene Kind meist lange fremd.
* Wechseln Sie sich am Wochenende mit dem Ausschlafen ab! Zwar kann nur die Mutter das Kind stillen, aber sie freut sich sicher, wieder einschlafen zu dürfen. Am nächsten Tag gehört ihm dafür der Morgenschlaf!
* Nach dem Abstillen können Mutter und Vater das Kind abwechselnd abends zu Bett bringen.
Ein Baby darf auch am Schnuller nuckeln und einmal ein Fläschchen bekommen. Nehmen Sie sich immer wieder Zeit für Ihre Partnerschaft und für sich selbst. Je besser es den Eltern geht, umso besser geht es auch dem Baby. Auch die Liebe muss man pflegen, wenn sie gedeihen soll!